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Außenpolitik

20.11.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Außenpolitik

Während der Zeit der militärischen Auseinandersetzung mit der Guerilla war Guatemala jahrelang internationaler Isolierung vor allem durch die europäischen Staaten ausgesetzt, die erst mit dem Beginn der Demokratisierung (1985) und dem 1996 abgeschlossenen Friedensabkommen überwunden werden konnte. Zu diesem Friedensschluss trug auch der so genannte San José-Dialog bei, der seit 1984 bestehende, älteste Dialogmechanismus der Europäischen Union mit einer lateinamerikanischen Region. Guatemala ist seitdem bemüht, auf internationaler Bühne, insbesondere in den Vereinten Nationen und der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), eine angemessene Rolle zu spielen.

Das Land bemüht sich auch um eine Vertiefung der zentralamerikanischen Integration. Im zentralamerikanischen Integrationssystem SICA (Sistema de Integracion Centroamericana) spielt es eine wichtige Rolle. Aktueller Generalsekretär ist Vinicio Cerezo, Ex-Präsident Guatemalas von 1986-1991.

In den letzten Jahren ist das Verhältnis zu den ostasiatischen Staaten immer wichtiger geworden. Dies zeigt sich auch in der Eröffnung weiterer diplomatischer und konsularischer Vertretungen in Asien (neu: Indonesien). In China wurde – trotz fehlender diplomatischer Beziehungen – ein Verbindungsbüro eingerichtet. Mit Taiwan hat Guatemala schon im September 2005 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet und unterhält sehr enge Beziehungen.

USA

Die USA sind der bei weitem wichtigste außenpolitische Partner Guatemalas. Knapp zwei Fünftel des Handels Guatemalas werden mit den USA abgewickelt. Etwa 2,7 Mio. Guatemalteken leben dort; ihre Überweisungen entsprechen rund 11% des Bruttoinlandsprodukt und stellen eine wichtige Einkommensquelle für viele Familien dar.

Die Abschiebung von „irregulär“ in den USA lebenden Guatemalteken hat trotz der „neuen“ Ausländerpolitik der USA nicht zugenommen. Dennoch stellen die rückkehrenden, meist jungen Migranten für Guatemala eine große Herausforderung dar, die von fehlenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen über den Fortfall der Überweisungen bis hin zur Bekämpfung der Verbrechen von Jugendbanden reichen, denen sich viele Jugendliche aus Perspektivlosigkeit anschließen. Nach einer intensiven Besuchsdiplomatie zwischen den USA und den Ländern des “Nördlichen Dreiecks“ (Guatemala, Honduras und El Salvador) wurde eine „Allianz für den Wohlstand“ ausgerufen, die seitens der USA mit etwa 600-800 Millionen Eurogefördert wird. Hierbei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung der Armut, Schaffung von Arbeitsplätzen und letztendlich zur Beseitigung der Fluchtursachen. Gleichzeitig werden Reformen im Rechtsstaatsbereich eingefordert.

Eine Änderung/Verschärfung der US-Politik gegenüber Migranten würde weitreichende Folgen für Guatemala haben (Überweisungen, Deportationen etc.).

Mittelamerikanische Nachbarstaaten

Zwischen Nicaragua, Guatemala, Honduras und El Salvador besteht seit 2001 ein Freihandelsabkommen. 2009 unterzeichneten die Präsidenten von El Salvador und Guatemala den Rahmenvertrag für eine Zollunion. Die zwischenzeitig abgeschafften Grenzkontrollen zwischen beiden Ländern wurden 2011 allerdings wieder eingeführt. Die bereits funktionierende  Zollunion zwischen Guatemala und Honduras soll Mitte des Jahres um eine ebensolche Union zwischen Guatemala und El Salvador erweitert werden.

Mit Mexiko verstärken sich die wirtschaftlichen Beziehungen. 11% der Importe stammen aus diesem Land. Der Bau einer Gasleitung zur Versorgung von Guatemala-Stadt und später auch nach San Salvador wurde zwar unterzeichnet, aber ein Baubeginn zeichnet sich bisher nicht ab. Die mexikanische Eisenbahnstrecke entlang der Pazifikküste, die früher bis nach Tecun Uman (Guatemala) reichte, soll wieder reaktiviert werden.

Das Verhältnis zu Belize ist weiterhin vom ungelösten Grenz- und Territorialitätskonflikt gekennzeichnet. Im Dezember 2008 einigte man sich darauf, die Lösung in einem Verfahren vor dem IGH (Internationaler Gerichtshof in Den Haag) anzustreben. Voraussetzung dafür sind allerdings Referenden in beiden Ländern, die bereits 2013 stattfinden sollten und erst in diesem Jahr (2018) durchgeführt werden (Guatemala am 15.04.2018); Belize am Ende des Jahres.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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